Bewährt vor Ort

Bewährt vor Ort geht in die nächste Runde!

Die kommunale Ebene ist das Fundament eines funk­tio­nie­ren­den Staats­we­sens. Hier entscheidet sich, ob Politik den Alltag der Menschen spürbar verbessert. Städte, Gemeinden und Landkreise entwickeln tagtäglich Lösungen, die genau zu den Her­aus­for­de­run­gen vor Ort passen. Dabei sind sie mehr als nur Ver­wal­tungs­ein­hei­ten – sie sind Kno­ten­punk­te für Zu­sam­men­ar­beit: mit engagierten Bürger:innen, zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Initiativen, der Wirtschaft und anderen staatlichen Ebenen.

Gerade jetzt brauchen wir beides: Die Verbreitung starker lokaler Lösungen: Was an einem Ort funk­tio­niert, kann auch andernorts Wirkung entfalten. Gleich­zei­tig gilt es, die Zu­sam­men­ar­beit vor Ort weiter zu stärken und neue Allianzen zu ermöglichen. Mit dem Siegel Bewährt vor Ort zeichnen wir wegweisende kommunale In­no­va­tio­nen aus, die in der Praxis funk­tio­nie­ren und auf andere Kommunen übertragbar sind. Die In­no­va­tio­nen können von einer zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on, Social Start-up oder aus der Kom­mu­nal­ver­wal­tung selbst sein. Es geht um konkrete Projekte, Ver­wal­tungs­prak­ti­ken oder neue Ko­ope­ra­ti­ons­mo­del­le, die zeigen, wie Kommunen heute schon anders arbeiten. Eine unabhängige Jury aus erfahrenen Ver­wal­tungs­prak­ti­ker:innen würdigt Projekte, die sich im Alltag bewährt haben und das Potenzial haben, auch andernorts erfolgreich umgesetzt zu werden.

Das Siegel macht gute Lösungen sichtbar, fördert ihre Nachnutzung und stärkt eine offene, ex­pe­ri­men­tier­freu­di­ge Lernkultur im öf­fent­li­chen Sektor. Es lädt dazu ein, voneinander zu lernen und gemeinsam besser zu werden.

Das Bewährt vor Ort Siegel wird 2026 im September auf dem KGSt-Forum in Leipzig vergeben. Die Be­wer­bungs­frist für die dritte Runde läuft vom 20. April bis zum 15. Juli 2026.

Bewirb dich jetzt – und zeig, was vor Ort bereits funk­tio­niert.

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Gesucht sind kommunale Lösungen in vier The­men­be­rei­chen

Zukunftsfähiges Bauen und Wohnen

Kommunen stehen vor einer doppelten Aufgabe: ausreichend bezahlbaren Wohnraum schaffen und dabei ökologisch handeln. Gesucht sind Lösungen, die beides verbinden - vom Umbau und der Aktivierung von Leerstand über gemeinschaftliche und generationenübergreifende Wohnformen bis zur Nachverdichtung und Umnutzung von Bestandsgebäuden. Willkommen sind auch erprobte Ansätze zu schnelleren Genehmigungsverfahren, zum Einsatz nachhaltiger und zirkulärer Baumaterialien in der kommunalen Beschaffung, zu gemeinwohlorientierten Bodenpolitiken, innovativen wohnungspolitischen Instrumenten und Finanzierungsmodellen für langfristig bezahlbares Wohnen.

Gesund leben in einer Welt im Wandel

Die Gesundheitsaufgaben der Kommunen wachsen und es zeigt sich jetzt ist der Moment für Prävention statt Intervention. Gesucht sind erprobte Ansätze, die körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden strukturell stärken: von integrierten Präventionsketten, die psychische Gesundheit in den Lebenswelten der Menschen verankern, bis hin zu neuen Modellen in der Pflege und Gesundheitsversorgung. Ebenso willkommen sind Konzepte, die Gesundheitsförderung mit den Herausforderungen des Klimawandels verbinden – etwa kommunale Hitzeaktionspläne oder klimaresiliente Versorgungsansätze für vulnerable Gruppen. Die Projekte können ein einzelnes Format sein oder ein ganzes Ökosystem: ein ämterübergreifendes Präventionsnetzwerk, ein Modell für die Zusammenarbeit von Gesundheitsamt, Sozialplanung und Stadtentwicklung, oder eine kommunale Strategie, die Gesundheitsförderung konsequent als Querschnittsaufgabe verankert.

Nachbar:innen werden

Heimat entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, gemeinsam wirksam sind und sich verbunden fühlen. Gesucht sind Kommunen und Ansätze, die Begegnungsorte und Lösungen geschaffen haben, an denen Menschen gemeinsam, nicht nebeneinander, aktiv werden – sei es über Kultur, gemeinsames Gestalten des öffentlichen Raums oder andere niedrigschwellige Formate. Entscheidend ist, dass der Ansatz dauerhaft angelegt ist – getragen von Ehrenamt, Zivilgesellschaft oder Verwaltung, aber nicht abhängig vom Engagement Einzelner.

Die Vorhaben können sich dabei um ganz unterschiedliche Begegnungen drehen: das Ankommen von Zugewanderten, den Austausch zwischen Generationen oder Dialogformate, die Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zusammenbringen. Willkommen sind auch Ansätze, die Dritte Orte stärken – ob Bibliothek, Kulturzentrum oder Nachbarschaftstreff – Orte, an denen Menschen nicht nur zusammenkommen, sondern gemeinsam gestalten und Selbstwirksamkeit erleben.

Verwaltung als Partnerin – Koproduktion vor Ort

Viele Kommunen stoßen an ihre Grenzen: Knappe Haushalte, steigende Anforderungen und ein wachsender Investitionsstau machen es unmöglich, alle Aufgaben allein zu stemmen. Gesucht sind Kommunen, die mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Vereinen und Wirtschaftsunternehmen strukturell neue Wege gehen, nicht als Notlösung, sondern als dauerhaft verankertes Modell. Das kann sich zeigen in gemeinsamen Finanzierungsmodellen wie Bürger- oder Quartiersfonds, in denen Kommunen und Bürger:innen gemeinsam über Mittel entscheiden, etwa durch losbasierte und deliberative Verfahren wie Bürger:innenräte- oder parlamente. Oder in neuen Trägerschaftsmodellen, bei denen Kommunen Aufgaben gemeinsam mit der Stadtgesellschaft übernehmen – wie Bürgerbäder oder Bädergenossenschaften, die ein drohendes Schwimmbad nicht schließen, sondern in gemeinschaftlichen Betrieb überführen. Entscheidend ist: Die Verwaltung zieht sich nicht zurück, sondern gestaltet aktiv mit – als Partnerin auf Augenhöhe.

Kriterien

Wonach wird bewertet?

Skalierbarkeit

Für Lösungen, die durch eine gemeinwohlorientierte Organisation entwickelt wurden: Die Lösung ist mindestens in zwei Verwaltungseinheiten implementiert und über einen für die Lösung angemessenen Zeitraum etabliert. Es gibt für die Lösung Vertreter:innen aus den Verwaltungen, die bereit sind, ein positives Testimonial zu geben, das im Rahmen der Bewerbung eingereicht wird. Dies schafft Vertrauen und animiert zur Nachahmung.

Für Lösungen, die von einer Kommune entwickelt wurden: Die Lösung ist bereits in mindestens zwei Verwaltungseinheiten implementiert. Eine Kooperationsabsicht mit einer anderen Kommune ist ausreichend, wenn die Implementierung außerhalb einer Kommune noch nicht erfolgt ist. Es ist möglich, dass sich Kommunen mit ähnlichen Lösungen zusammenschließen und gemeinsam bewerben.

Eignung für den öffentlichen Sektor

Die Lösung wird in einer Verwaltungseinheit oder mit einer Partnerorganisation, die Gemeinwohlorientierung in Organisationsform ausgedrückt hat, umgesetzt (z. B. in Satzung, gemeinnützige Rechtsform).

Innovationskraft

Die Lösung ist ein innovativer Ansatz für eine gesellschaftliche Herausforderung und ist ein konkretes Projekt, eine Verwaltungspraktik oder eine Rechtsänderung. 

Nachhaltigkeit

Die Lösung erfüllt einen nachhaltigen Ansatz und trägt dazu bei, mindestens ein Sustainable Development Goal zu erfüllen.

Bewerbungsprozess

Was Dich erwartet

1. Einfache Bewerbung

In einem ersten Schritt fragen wir die In­for­ma­tio­nen ab, die notwendig sind, damit die Jury über die Vergabe des Siegels Bewährt-vor-Ort entscheiden kann.

Das Be­wer­bungs­for­mu­lar umfasst Angaben zur Lösung, zum Um­set­zungs­pro­zess, zu den beteiligten Akteur:innen, und zu den Kommunen, in denen sie bereits erprobt wurde, sowie zu den Nach­hal­tig­keits­zie­len, auf die sie einzahlt.

2. Auswahl und Auf­be­rei­tung

Sollte Eure Lösung aus Sicht der Jury die Kriterien erfüllen, setzen wir uns mit Euch in Verbindung und tragen alle weiteren relevanten In­for­ma­tio­nen zusammen. Diese bereiten wir auf, damit andere Kommunen Eure Lösung einfach nachnutzen können.

3. Aus­zeich­nung und Kom­mu­ni­ka­ti­on

Sobald die Lösung für den Wis­sens­trans­fer aufbereitet ist, wird sie mit dem Siegel „Bewährt vor Ort“ aus­ge­zeich­net.Die feierliche Sie­gel­ver­lei­hung findet dieses Jahr auf dem KGSt Forum vom 16.-18. September statt.Ihr werdet mit Eurer Lösung auf den Kanälen des DStGB platziert und durch uns medial unterstützt. Außerdem bieten wir an, dass wir der erste Kon­takt­punkt für andere Kommunen sind, die Eure Lösung übertragen möchten. So werdet ihr entlastet und andere Kommunen können Eurem Vorbild folgen. Eure Kommune kann einen Beitrag zur Bewegung von Re:Form leisten.

Jury

Unsere Jury besteht aus Vertreter:innen aus ver­schie­de­nen Ver­wal­tun­gen und Or­ga­ni­sa­tio­nen.

Die Jury sichtet die ein­ge­reich­ten Lösungen und überprüft, ob sie den Kriterien genügen. Außerdem übernimmt die Jury auch die kom­mu­ni­ka­ti­ve Begleitung der aus­ge­zeich­ne­ten Lösungen. Die Jury arbeitet transparent und un­par­tei­isch, um si­cher­zu­stel­len, dass die besten Lösungen aus­ge­zeich­net werden.

Mitglieder der Jury (Auswahl)

Dr. John Meister
Dr. John Meister
Re­fe­rats­lei­ter in der So­zi­al­be­hör­de der Freien und Hansestadt Hamburg, für die Kategorie: "Nachbar:innen werden"
Claudia Walther
Claudia Walther
Senior Project Manager Bertelsmann Stiftung Demokratie und Zusammenhalt, für die Kategorie "Nachbar:innen werden"
Adrian Sonder
Adrian Sonder
Ober­bür­ger­meis­ter Freu­den­stadt, für die Kategorie "Verwaltung als Partnerin - Koproduktion vor Ort"
Andrea Fuchs
Andrea Fuchs
Leiterin Umweltschutzamt Bodenseekreis, für die Kategorie: "Zukunftsfähiges Bauen und Wohnen"
Ben Spöler
Ben Spöler
Auridis Stiftung, für die Kategorie: "Gesundes leben in einer Welt im Wandel"
Matthias Schäpers
Matthias Schäpers
Abteilungsleiter Netzwerk Vereinsarbeit Kommunen Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, für die Kategorie "Zukunftsfähiges Bauen und Wohnen"
Susanne Neupert
Susanne Neupert
Integrationskoordinatorin in der Migrationsagentur des Burgenlandkreises, für die Kategorie "Nachbar:innen werden"
Daniel Iliev
Daniel Iliev
Bür­ger­meis­ter in Heringen a.d. Werra, Hessen, für die Kategorie: "Gesundes leben in einer Welt im Wandel"
Dr. Anja Langness
Dr. Anja Langness
Bertelsmann Stiftung Senior Projekt Manager Bildung und Next Generation, für die Kategorie "Gesund leben in einer Welt im Wandel"
Eileen O’Sullivan
Eileen O’Sullivan
Dezernentin in Frankfurt am Main, Hessen, für die Kategorie: "Verwaltung als Partnerin - Ko­pro­duk­ti­on vor Ort"
Iván Gábor
Iván Gábor
Co-Founder Wahlheymat, für die Kategorie "Nachbar:innen werden"
Judith Nurmann
Judith Nurmann
Stadtplanerin, Bezirksamt Hamburg-Nord & bodenpolitische Sprecherin Architects For Future Deutschland e.V., für die Kategorie "Zukunftsfähiges Bauen und Wohnen"
Kontakt

Ihr habt Fragen zum Bewährt vor Ort oder zum Be­wer­bungs­pro­zess?

Schreib uns einfach eine Nachricht. Wir freuen uns, von Dir zu hören! 

Ansprechpartner:innen

Annalena Schmidt-Faber
Projektmanagerin bei Re:Form
Alexander Handschuh
Sprecher des Deutschen Städte- und Ge­mein­de­bun­des