Stadt Paderborn: Digitaler Zwilling für die Stadtplanung
Das Problem
Projekte in der Stadtplanung benötigen eine Vielzahl an unterschiedlichen Daten, Analysen und Planungsgrundlagen. Diese lagen in verschiedenen Systemen und Fachbereichen vor und mussten für Planungsprozesse mühsam zusammengetragen werden. Das verlangsamte die Zusammenarbeit und erschwerte abgestimmte Entscheidungen. Gleichzeitig gab es nur wenige digitale Möglichkeiten, Planungen anschaulich im städtischen Kontext zu visualisieren und die Auswirkungen der Planung auf die Umgebung mit Bürgerinnen und Bürgern sowie externen Beteiligten transparent zu diskutieren.
Wie wurde das Problem gelöst?
Mit einem digitalen Zwilling hat Paderborn eine gemeinsame Plattform für Planung, Datenmanagement und Kommunikation geschaffen. Ein digitaler Zwilling bildet die Stadt und geplante Veränderungen virtuell ab. Städtebauliche Projekte lassen sich darin dreidimensional planen und visualisieren. Auswirkungen auf Flächen, Klima und städtebauliche Kennzahlen werden automatisiert berechnet. Auch kommunale Daten, etwa zu Baulandpotenzialen oder Leerständen, werden zentral verwaltet und statistisch ausgewertet. Die anschauliche Darstellung erleichtert den Austausch innerhalb der Verwaltung und mit externen Beteiligten. Visualisierung der Planungsprojekte, sowie notwendige Informationen für Politik und Öffentlichkeit stehen innerhalb weniger Minuten bereit. Entscheidungen können dadurch schneller, transparenter und auf einer besseren Datengrundlage vorbereitet werden.
Umsetzungsprozess
Der digitale Zwilling entstand im Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Zu Beginn führte das Stadtplanungsamt eine umfassende Bedarfsanalyse durch. Die Mitarbeitenden bestimmten gemeinsam, welche Daten, Funktionen und Anwendungsfälle sie benötigen. Anschließend schrieb die Stadt eine Open Source Lösung aus und entwickelte sie mit dem Unternehmen Form Follows You für Paderborn weiter. Grundlage war eine bereits in Halle (Saale) erprobte Anwendung. Schulungen, Workshops und ein Netzwerk aus besonders geschulten Anwender:innen sichern den Wissenstransfer zwischen den Teams. Paderborn, Halle und Potsdam arbeiten zudem in einer Entwicklungsgemeinschaft zusammen. Neue Funktionen stehen dadurch allen beteiligten Kommunen zur Verfügung.