SOPHIA im Quartier: Care im Quartier
Das Problem
Ältere Menschen sind häufig von sozialer Isolation bedroht. Nicht unbedingt, weil Hilfsangebote fehlen, sondern weil sie die Menschen nicht erreichen. Im Alltag bleiben kleine, aber wichtige Bedarfe offen, etwa ein Gespräch, die Begleitung zu einem Arzttermin oder Unterstützung im Haushalt. Gleichzeitig möchten viele Menschen in ihrer Nachbarschaft helfen, finden dafür aber keine verlässliche Anlaufstelle. Bürgerschaftliches Engagement und professionelle Unterstützung laufen häufig nebeneinander her. Ohne frühzeitige Alltagshilfe können sich Bedarfe verschärfen, Selbstständigkeit geht verloren und kostenintensive Pflegeleistungen werden früher notwendig.
Wie wurde das Problem gelöst?
SOPHIA im Quartier e.V. hat mit „Care im Quartier“ in drei Bamberger Stadtteilen ein koordiniertes Sorgenetzwerk aufgebaut. Das Modell verbindet professionelle Träger, bürgerschaftliches Engagement und Präventionsangebote im Quartier. Bei präventiven Hausbesuchen werden die individuellen Bedarfe älterer Menschen erfasst. Anschließend vermittelt das Team passende Unterstützung durch geschulte und versicherte Engagierte, die eine Aufwandsentschädigung erhalten. Ältere Menschen bekommen dadurch verlässliche Alltagsbegleitung und können länger selbstständig leben. Zugleich entsteht im Quartier eine Sorgekultur, in der Nachbarschaft wieder zu einer tragenden Ressource wird. Standardisierte Prozesse und eine eigens entwickelte Software erleichtern die Übertragung auf weitere Kommunen.
Umsetzungsprozess
SOPHIA im Quartier e.V. entwickelte die Lösung aus langjähriger Erfahrung in der kommunalen Altenhilfe und Sozialplanung. Seit 2023 entstand das Konzept gemeinsam mit Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung. 2025 startete Care im Quartier in drei Bamberger Stadtteilen. Prozesse wurden schrittweise erprobt, ausgewertet und angepasst. AWO, Caritas und Sozialstiftung waren früh als gleichberechtigte Umsetzungspartner eingebunden. Die Stadt Bamberg übernimmt die strategische Steuerung. Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt begleitet das Projekt wissenschaftlich und unterstützt die Wirkungsmessung. Gefördert wird das Modell durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, die Oberfrankenstiftung und die Stadt Bamberg. Engagierte und unterstützte ältere Menschen werden aktiv in die Weiterentwicklung einbezogen.