Nachbar:innen werden

Das Dorf­pro­gramm

Das Problem

In Kaufungen fehlte eine dauerhafte und nied­rig­schwel­li­ge Struktur, die Menschen regelmäßig zum Mitmachen, Begegnen und gemeinsamen Gestalten zu­sam­men­bringt. Es gab engagierte Personen, gute Ideen sowie Kultur- und Bil­dungs­an­ge­bo­te. Eine ver­läss­li­che Plattform, die Projekte bündelt, Eh­ren­amt­li­che unterstützt, Räume öffnet und Initiativen langfristig trägt, bestand jedoch nicht. Viele Ideen blieben deshalb punktuell und Gruppen arbeiteten eher ne­ben­ein­an­der als miteinander. Auch die Ver­bin­dun­gen zwischen Alt­ein­ge­ses­se­nen und Neu­zu­ge­zo­ge­nen sowie zwischen Kommune und lokalen Initiativen waren ausbaufähig.

Wie wurde das Problem gelöst?

Dorfleben Kaufungen e.V. hat mit dem Dorf­pro­gramm eine eh­ren­amt­lich getragene In­fra­struk­tur für lokale Initiativen aufgebaut. Eine geringfügig be­schäf­tig­te Pro­gramm­ko­or­di­na­ti­on vernetzt Akteur:innen, vermittelt kostenfreie Räume und begleitet Ideen von der ersten Skizze bis zur Umsetzung. Ko­ope­ra­tio­nen mit der Volks­hoch­schu­le, dem Hessischen Li­te­ra­tur­rat, Stiftungen, der Gemeinde, der Ge­mein­de­bü­che­rei, Kitas und Schulen erschließen zusätzliche Ressourcen. Eine ver­läss­li­che analoge und digitale Öf­fent­lich­keits­ar­beit macht die Angebote sichtbar. Seit 2024 entstehen jährlich mehr als 200 Projekte, darunter Lesebühnen, Nach­bar­schafts­mu­sik und Repaircafés. Aus einzelnen Aktionen haben sich dauerhafte Gruppen entwickelt.

Umsetzungsprozess

Dorfleben Kaufungen e.V. entwickelte das Programm nach dem Grundsatz, Ideen schnell zu erproben und gut zuzuhören. Formate wurden gemeinsam mit den Menschen vor Ort getestet, ausgewertet und wei­ter­ent­wi­ckelt. Un­ter­schied­li­che Zugänge er­mög­lich­ten eine breite Beteiligung, darunter persönliche Treffen, eine Website, digitale Ein­reich­for­mu­la­re und te­le­fo­ni­sche Er­reich­bar­keit. Die Pro­gramm­ko­or­di­na­ti­on nimmt Bedarfe direkt auf und übersetzt Ideen gemeinsam mit den Initiator:innen in umsetzbare Projekte. Menschen aus Kultur, Bildung, Ehrenamt und Kommune brachten ihre Per­spek­ti­ven ein. Ko­ope­ra­tio­nen mit etablierten kommunalen, kulturellen und sozialen Ein­rich­tun­gen sorgen dafür, dass er­folg­rei­che Angebote langfristig bestehen können.