Zukunftsfähiges Bauen und Wohnen

Das lokale Um­set­zungs­pa­ket für die Wärmewende – Wärmewende-Portal und kommunale Bün­de­lungs­ak­tio­nen

Das Problem

Kommunen wollen Pho­to­vol­ta­ik, Wärmepumpen und en­er­ge­ti­sche Sanierungen im Ge­bäu­de­be­stand vor­an­brin­gen. Doch 80% der Gebäude sind in privater Hand. Gerade in Gebieten ohne geplantes Wärmenetz hängt das Gelingen der Wärmewende daher von den Ent­schei­dun­gen privater Eigentümer:innen ab. Viele von ihnen sind jedoch unsicher: Welche Lösung passt zum eigenen Gebäude? Welche Kosten entstehen? Welche Förderung gibt es? Und welchen Anbieter:innen können sie vertrauen? Ohne neutrale und kostenlose Erst­in­for­ma­ti­on werden In­ves­ti­tio­nen häufig auf­ge­scho­ben. Kommunale Wärmepläne zeigen zwar den Weg, bieten den Ver­wal­tun­gen aber noch kein Instrument, um viele Eigentümer:innen von der ersten Information bis zur Umsetzung zu begleiten.

Wie wurde das Problem gelöst?

FÜNF PROZENT unterstützt Kommunen dabei, zum ver­läss­li­chen Aus­gangs­punkt für private In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen zu werden. In Überlingen erhielten Haushalte einen kostenlosen digitalen Ge­bäu­de­steck­brief mit In­for­ma­tio­nen zu Potenzialen, Kosten und För­der­mög­lich­kei­ten. Darin konnten auch die Ergebnisse der kommunalen Wär­me­pla­nung ge­bäu­de­ge­nau vermittelt werden. An­schlie­ßend bündelte die Plattform die Nachfrage der Eigentümer:innen. Regionale Anbieter reichten Richtpreise nach ein­heit­li­chen Kriterien ein, die transparent verglichen wurden. Die teil­neh­men­den Eigentümer:innen wählten die Anbieter selbst aus. In Überlingen meldeten sich 116 Haushalte an. 21 So­lar­an­bie­ter bewarben sich, drei wurden ausgewählt. Die Bün­de­lungs­ak­ti­on führte zu mehr als 800 Kilowatt Peak zu­sätz­li­cher Pho­to­vol­ta­ik­leis­tung und spart jährlich rund 250 Tonnen CO₂ ein. Ein Jahr später übertrug die Stadt das Modell auf Wärmepumpen. Mitt­ler­wei­le wird es in 27 Kommunen eingesetzt.

Umsetzungsprozess

Zu Beginn ana­ly­sier­ten FÜNF PROZENT und die Stadt die Gebäude und ent­wi­ckel­ten eine gemeinsame Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie. Über kommunale Kanäle, lokale Mul­ti­pli­ka­tor:innen und In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen wurden Eigentümer:innen an­ge­spro­chen. In­ter­es­sier­te Haushalte meldeten ihren Bedarf über die Plattform. Danach wurden die Richtpreise regionaler Anbieter nach ein­heit­li­chen Kriterien ausgewertet und verglichen. Die Ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft entschied selbst, welche Anbieter zum Zuge kamen. FÜNF PROZENT begleitete an­schlie­ßend die Umsetzung und das Monitoring. Gemeinderat und Orts­vor­ste­hen­de waren von Anfang an eingebunden. Dadurch wurde die Bün­de­lungs­ak­ti­on als kommunales Angebot wahr­ge­nom­men und genoss Vertrauen. Für die Verwaltung kon­zen­trier­te sich der operative Aufwand im We­sent­li­chen auf eine drei­mo­na­ti­ge Ak­ti­vie­rungs­pha­se.