Gesund aufwachsen im Landkreis Oberhavel
Das Problem
Im Landkreis Oberhavel fehlte ein gemeinsames, kommunal gesteuertes Konzept zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Eine Bedarfsanalyse von Januar bis April 2025 zeigte besondere Herausforderungen bei Emotionsregulation und Verhaltensauffälligkeiten, Gewaltprävention, psychischer Gesundheit, Stress und problematischer Mediennutzung. Schulen, Kitas, Jugendhilfe, Gesundheitsversorgung und weitere Träger verfügten über einzelne Kompetenzen und Angebote. Es fehlte jedoch eine verbindende Struktur, die Bedarfe systematisch erfasst, Akteur:innen zusammenführt und konkrete Präventionsmaßnahmen im gesamten Landkreis umsetzt.
Wie wurde das Problem gelöst?
Der Landkreis Oberhavel hat ein kommunales Gesamtkonzept zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen entwickelt. Es verbindet die Qualifizierung von Fachkräften mit niedrigschwelliger Beratung, Gruppenangeboten für betroffene junge Menschen sowie Aufklärung und Entstigmatisierung. Dazu gehören ein jährliches Fortbildungsprogramm, verschiedene Präventionsprogramme, digitale Hilfen in Kooperation mit der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung und NACOA sowie Schulungen in Mental Health First Aid für die Schul- und Jugendsozialarbeit. Mental Health First Aid vermittelt, wie psychische Belastungen erkannt und Betroffene frühzeitig unterstützt werden können. Ergänzend untersucht eine wissenschaftliche Studie mit der Humboldt-Universität zu Berlin, wie Bewegung die Emotionsregulation von Schüler:innen beeinflusst.
Umsetzungsprozess
Der Landkreis schuf zunächst eine unbefristete Stelle für kommunale Gesundheitsförderung. Finanziert wurde der Aufbau über Fördermittel des GKV-Spitzenverbands. In Gesprächen mit Verwaltung, Schulen, Kitas, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe und weiteren Akteur:innen wurde die Ausgangslage erfasst. Anschließend entstanden gemeinsame Handlungsschritte und ein Steuerkreis für den kommunalen Strukturaufbau. Eine jährliche Kinder- und Jugendgesundheitskonferenz greift die ermittelten Bedarfe auf, vermittelt Fachwissen und stellt geeignete Präventionsangebote vor. Entscheidend war, nach der Analyse schnell erste Maßnahmen umzusetzen. Dadurch entstand Vertrauen bei den Fachkräften und eine tragfähige Zusammenarbeit im Landkreis.