Verwaltung als Partnerin- Koproduktion vor Ort

Kiez-Spaziergang “Wie funk­tio­niert Stadt­pla­nung?” (in Einfacher Sprache)

Das Problem

Stadt­pla­nungs­pro­zes­se sind häufig komplex und wenig transparent. Planungen und Ent­schei­dun­gen werden über lange Zeiträume von un­ter­schied­li­chen Stellen innerhalb der Verwaltung bearbeitet. Für Bürger:innen ist oft nicht nach­voll­zieh­bar, wer woran arbeitet, was bereits entschieden wurde und welche Mög­lich­kei­ten zur Beteiligung bestehen. Das kann zu Frustration führen und erschwert es, die Per­spek­ti­ven der Menschen vor Ort frühzeitig ein­zu­be­zie­hen. Das Stadt­ent­wick­lungs­amt des Bezirksamts Neukölln wollte deshalb die Pla­nungs­pro­zes­se ver­ständ­li­cher machen und Bürger:innen besser mitnehmen.

Wie wurde das Problem gelöst?

Das Bezirksamt Neukölln hat einen Kiez-Spaziergang entwickelt, bei dem Stadtplaner:innen und der Be­zirks­stadt­rat an mehreren Stationen direkt vor Ort erklären, was geplant wird und wie die jeweiligen Prozesse ablaufen. Im Mittelpunkt stehen Orte, zu deren Pla­nungs­ge­schich­te es besonders viele Rückfragen gibt. Im Folgejahr wurde die Beteiligung über die Plattform mein.berlin.de ergänzt. Bürger:innen konnten dort mit­be­stim­men, welche Route der Spaziergang nimmt. Im vergangenen Jahr wurde das Format erstmals in Einfacher Sprache angeboten. Dadurch konnten auch Menschen teilnehmen, für die die üblichen Fach­be­grif­fe und Ver­wal­tungs­in­for­ma­tio­nen schwer ver­ständ­lich sind.

Umsetzungsprozess

Am Anfang stand ein einfacher Kiez-Spaziergang mit vier Stationen. Die Erfahrungen zeigten, dass vor allem die Perspektive der Bürger:innen und die Ver­ständ­lich­keit der In­for­ma­tio­nen weiter gestärkt werden sollten. Im nächsten Schritt wurde eine vor­ge­la­ger­te digitale Beteiligung ein­ge­rich­tet. An­schlie­ßend erprobte das Stadt­ent­wick­lungs­amt einen Spaziergang in Einfacher Sprache. Bei der Über­ar­bei­tung der For­mu­lie­run­gen un­ter­stütz­te das Projekt „Leicht gemacht“. Die Umsetzung erforderte vor allem Zeit, Abstimmung und die Be­reit­schaft, Ver­wal­tungs­spra­che zu hin­ter­fra­gen. Nicht für alle Mit­ar­bei­ten­den war es zunächst selbst­ver­ständ­lich, komplexe Sach­ver­hal­te in Einfacher Sprache zu erklären. Der er­folg­rei­che Test stieß auf Interesse bei der Stadt­bi­blio­thek und im Nach­bar­be­zirk Fried­richs­hain-Kreuzberg, die den Ansatz ebenfalls aufgreifen möchten.

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