Gesund leben in einer Welt im Wandel

Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule

Das Problem

Psychische Belastungen und Krisen junger Menschen nehmen zu. Warnsignale werden jedoch häufig spät erkannt, psychische Er­kran­kun­gen weiterhin stig­ma­ti­siert und vorhandene Hilfs­an­ge­bo­te zu wenig genutzt. Viele Jugendliche wissen nicht, wie sie psychische Krisen bei sich oder anderen erkennen, damit umgehen oder vor Ort Hilfe finden können. Schulen und Kommunen fehlte lange ein nied­rig­schwel­li­ger Ansatz, der junge Menschen früh erreicht, Vorurteile abbaut und den Zugang zum regionalen Hilfesystem erleichtert.

Wie wurde das Problem gelöst?

Irrsinnig Menschlich e.V. hat das Prä­ven­ti­ons­pro­gramm „Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule“ entwickelt. Kern ist ein ganztägiger Projekttag für Schüler:innen ab Klasse 8. Er wird von einem Tandem aus einer Fachperson und einer Person mit eigener Kri­sen­er­fah­rung gestaltet. Die persönliche Begegnung vermittelt Wissen, baut Vorurteile ab und stärkt Jugendliche darin, sich bei Belastungen Hilfe zu suchen. Regionale Partner setzen das Programm vor Ort um und verknüpfen die Schulen mit dem kommunalen Hilfesystem. Im Juli 2026 waren 108 Re­gio­nal­grup­pen in zwölf Bun­des­län­dern aktiv. 2025 fanden mehr als 1.400 Schultage mit über 32.000 Schüler:innen statt. Eva­lua­tio­nen zeigen mehr Wissen, weniger Vorurteile und einen sichereren Umgang mit psychischen Krisen.

Umsetzungsprozess

Irrsinnig Menschlich e.V. hat das Programm als bundesweit über­trag­ba­re Lösung mit ver­bind­li­chen Qua­li­täts­stan­dards aufgebaut. Die Umsetzung beginnt mit Part­ner­schaf­ten zwischen Schulen, Jugendhilfe, Ge­sund­heits­we­sen und psy­cho­so­zia­ler Versorgung. Aus­ge­bil­de­te lokale Teams führen die Projekttage durch und stellen Bezüge zu den regionalen Hilfs­an­ge­bo­ten her. Irrsinnig Menschlich e.V. entwickelt das Programm weiter, qua­li­fi­ziert die beteiligten Fach- und Er­fah­rungs­expert:innen und sichert gemeinsam mit Lan­des­ko­or­di­na­tio­nen die Qualität. Von den 108 Re­gio­nal­grup­pen sind 41 bei öf­fent­li­chen Trägern angesiedelt, vor allem bei Gesundheits-, Bildungs- und Schulämtern. So wird das Programm dauerhaft in bestehende kommunale Strukturen eingebunden.